Umwelttipp - Geduld im Vorgarten zahlt sich aus

06.08.2019

Rasenmähen ja, aber richtig

Wer einen Garten hat, der weiss: Im Sommer gibt es viel zu tun. Und damit einem nicht alles über den Kopf wächst, wird gerne schon früh im Jahr der Rasenmäher vorgefahren. Doch für die Natur wäre etwas mehr Geduld besser.

Ein gleichmässig kurzgeschnittener Rasen hat seinen Reiz. Man kann darauf besser barfuss gehen und spielen, und er bietet einen ordentlichen Anblick. Käfer, Bienen und Schmetterlinge sehen das jedoch anders. Für sie ist ein englischer Rasen praktisch wertlos, denn sie finden darauf weder Nahrung noch Nistmöglichkeiten.

Insbesondere Insekten werden nicht selten direkt Opfer der Mähmesser. Das ist nicht ideal, denn Insekten stehen unter Druck. Ihr Bestand ist in den letzten 30 Jahren bereits um 75 Prozent zurückgegangen. Insekten mögen manchmal lästig und oft auch unsichtbar sein, ihr Einfluss auf unsere Ökosysteme ist jedoch riesig. Wer seine Wiese etwas seltener mäht, kann schon einen grossen Unterschied machen. Wer zwischen den Mähintervallen vier bis sechs Wochen vergehen lässt, erlaubt einigen Blumen und Gräsern zu blühen und den Nektar zu produzieren, den Schmetterlinge und Bienen brauchen, bevor sie wieder gestutzt werden. Wer hingegen sogar bis Mitte Juli mit dem Mähen wartet, outet sich als echter Botschafter für die Biodiversität. Bis dahin ist das Nahrungsangebot nämlich so reich, dass sich Insektenbestände vervielfachen. Blumen können blühen und sich versamen. Nichtstun wird damit zum aktiven Beitrag für Naturschutz.

Ausserdem: Wer nicht so lange warten kann, lässt beim Mähen einfach einen breiten Wiesenstreifen oder eine Insel stehen. So finden viele Tiere konstant Verstecke und Nahrung und die blühenden Flecken erfreuen auch das Auge.

Wiesenblumen

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